Aus der Zeitung 2008

05. November 2008 - von (clk.)

Leitartikel: Viele neue Töne

Der Deutsche Tag, der gestern schon an dieser Stelle gewürdigt wurde, hebt sich nicht nur mit seinen Reden und politischen Grußworten aus dem Alltag der deutschen Volksgruppe hervor, sondern glänzt auch mit kulturellen Höhepunkten. Derer sind es in so kurzer Zeit so viele, dass der Betrachter und Zuhörer schon vor der Qual der Wahl steht. Aber das ist ja ein Luxusproblem, das man gerne in Kauf nimmt.

Die Liste wird angeführt von den Konzerten der Nordschleswigschen Musikvereinigung, die sich diesmal als Neuerung italienischer Kirchenmusik zu­wandte. Die Konzerte waren zu Recht hervorragend besucht. Die Zuhörer kamen hinterher nach Hause und konnten feststellen: Das war ein richtig guter Abend. Dabei hat Musikdirektor und Chorleiter Peter von der Osten wieder einmal das richtige Händchen bei der Auswahl der Solisten gehabt.

Eine andere Neuerung, die ganz, ganz viel Lob verdient, ist das Konzert am Sonntagnachmittag. Hier war es dem Bund Deutscher Nordschleswiger gelungen, mit Sabine Meyer im Jahr der Klarinette einen absoluten Topstar in den Landesteil zu locken, der noch dazu – Dank der Zusammenarbeit mit der Kommune Sonderburg – im Alsion statt im Rittersaal konzertierte. Aber das war kein klassisches Konzert, wie man es ge­wohnt ist, sondern Spaß pur mit einem ganz ungewöhnlichen Programm. Die Spielfreude, die Sabine Meyer und ihr fünfköpfiges Trio ausstrahlten, sprang auf das Publikum über. Kaum einer verließ das Alsion, ohne ge­nüsslich zu formulieren: Hat das Spaß ge­macht! Wann hat man schon einmal Gelegenheit, vier Klarinetten und eine Drehorgel zu hören? Der Deutsche Tag machts mutig möglich.

Zum kulturellen Angebot gehört aber noch viel mehr. Dazu zählt das Jazz-Café im Deutschen Gymnasium für Nordschleswig, dass in diesem Jahr erstmalig das Herbstfest der deutschen Vereine in Apenrade ersetzte. Auch das ein gelungener Abend, der durchaus wiederholt werden dürfte. Die Jazzer von Big Bonn Special mit Uwe Stiemke an der Posaune hielten den ganzen Saal in Schwung.

Zum Programm gehörte auch das Folkcafé mit Liederjan und das Theater der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Agora. Sie überzeugten noch einmal mit den »Kreuzrittern«.

Die Kunstausstellung in der Förde-Schule in Gravenstein, die vielen lokalen Veranstaltungen, die vom Fischessen mit Shantychor bis zum Grünkohlessen und Stiftungsfest reichten, zeigen die große Bandbreite innerhalb der deutschen Minderheit.

Mit diesem kulturellen Programm muss sich niemand verstecken. Das ist keine Provinz, das ist Klasse.

 


Stimmungsvoller Adventssonntag

Artikel aus dem Nordschleswiger
SÜDERWILSTRUP/SØNDER VILSTRUP - 15.12.2008
Kaum ein Platz blieb gestern in der Kirche zu Süderwilstrup frei, in die :Nordschleswigsche Gemeinde, Nordschleswigsche Musikvereinigung und :Jugendmusikfonds Nordschleswig zur Adventsvesper eingeladen hatten.

Foto: Karin Riggelsen

Bei den musikalischen Vorträgen begeisterten u. a. Marion Petersen, Sopran, und Olav Oussoren, Cembalo, sowie der Chor der Nordschleswigschen Musikvereinigung unter Leitung Peter v. d. Ostens. Einen besonderen Höhepunkt bildete die Lesung der Geschichte »Die Versuchung« von Renate Sprung durch Michael Grosse, Generalintendant des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters. Den Got-tesdienst gestaltete Pastorin Sylvia Laue, Gravenstein. Ein ausführlicher Bericht folgt.

 


Dänisch-deutscher Fest- und Musikgottesdienst im Dom

Artikel aus dem Nordschleswiger
HADERSLEBEN/HADERSLEV - 20.05.2008

Im internationalen Bugenhagen-Jahr wartet der Haderslebener Dom am kommenden Sonntag um 10 Uhr mit einem dänisch-deutschen Festgottesdienst auf, der in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Erlebnis werden dürfte. Die Haderslebener Bande zu Martin Luther sind stark – die seines Mitstreiters und Freundes Johannes Bugenhagen (1485-1558) nicht minder. Bugenhagen verbrachte zwei Jahre in Dänemark, wo er die Reformation vollendete und somit entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung des kirchlichen Alltags in Dänemark und Norwegen gewann. Am kommenden Sonntag, 25. Mai, feiert das Haderslebener Stift das internationale Bugenhagen-Jahr anlässlich seines 450. Todestages mit einem dänisch-deutschen Festgottesdienst. Dass dieser auf den 25. Mai fällt, ist kein Zufall: Im Jahre 1539 feierte Bugenhagen Pfingsten in Hadersleben, bevor er gemeinsam mit König Christian III. nach Odense reiste. Ein Ereignis, das mit einem opulenten Musikgottesdienst begangen werden soll. Der »Buxtehude Kammerchor« der Nordschleswigschen Musikvereinigung (NMV) und »Das Flensburger Streichquintett« werden unter der Leitung von Peter von der Osten und Ole Brinth an der Orgel die Buxtehude-Kantate »Alles was ihr thut« aufführen. Der Gottesdienst, an dem Bischof Niels Henrik Arendt und Pastorin Christa Hansen mitwirken, wird in dänischer und deutscher Sprache abgehalten.


Ansprechende Alternative zur üblichen Praxis

Artikel aus dem Nordschleswiger
HADERSLEBEN/APENRADE - 25.10.2008
Herbstprogramm der Nordschleswigschen Musikvereinigung mit drei kleinen geistlichen Werken.

Sophie Ottosens kraftvoller Sopran erfüllte das Kirchenschiff – besonders bei der Solo-Kadenz. Foto: Karin Riggelsen

Kein großes Oratorium, sondern drei kleinere Werke italienischer Kirchenmusik stehen auf dem Herbstprogramm der Nordschleswigschen Musikvereinigung. Unter der Leitung von Peter von der Osten waren am Donnerstag- und Freitagabend im Haderslebener Dom und in der St. Nikolai Kirche in Apenrade Oratorienchor und Orchester der Musikvereinigung zusammen mit den Solisten Sofie Ottosen (Sopran), Christa Bonhoff (Alt), Adam Riis (Tenor) und Christfried Biebrach (Bass) mit Francesco Durantes »Magnificat in B-Dur«, Antonio

Vivaldis »Confitebor« und Gioachino Rossinis Jugendwerk »Messa di Rimini« zu hören. Heute um 17 Uhr besteht in der Kirche von Lügumkloster eine letzte Gelegenheit, mit den drei selten gespielten geistlichen Werken Bekanntschaft zu machen. Die Erstaufführung im Haderslebener Dom zeugte von einer sorgfältig fundierten Einstudierung, litt aber bei den einleitenden Durante- und Vivaldi’schen Stücken – je nach Sitzplatz – mehr oder weniger unter der problematischen und gewöhnungsbedürftigen Akustik. Als Folge zeichneten sich mangelnde Transparenz, Übergewicht des Orchesters und Gefangensein des Klanges in der Kirchenmitte ab. Bei der Rossini-Messe kamen sowohl Chor- wie Solistenstimmen wesentlich klarer zum Ausdruck – lag es nun an der akustischen Gewöhnung des Hörers oder der andersartigen Gewichtung der Komposition. Dicht bewegter, aber wie gesagt etwas diffuser Chorklang in den Ecksätzen bildete einen reizvollen Gegensatz zu den symmetrisch angeordneten Duetten sowie dem Quartett der Solisten in Durantes »Magnificat«. Mit Ole Brinth an der Orgel und Olav Oussoren am Cembalo beeindruckte das Vivaldi’sche »Confitebor« auf Worte des 110. Psalms für Solo-Alt, Solo-Tenor, Solo-Bass, Oboen, Streichinstrumente und Basso Continuo vor allem durch seine eigenwillige Instrumentierung und Lebendigkeit in Form von wechselnden Tempo- und Taktmaßen. Als umfangreicheres Hauptwerk des Programms schloss sich Rossinis »Messa di Rimini« aus dem Jahre 1809 an. Bereits die ausgedehnten Orchestervorspiele zu den einzelnen Abschnitten, vor allem aber die vokalen Kadenzen der Solisten vor Schluss ihrer arienhaften Partien ließen unverzüglich den Opernkomponisten erkennen. Dabei hatten die solistischen Beiträge durchaus unterschiedlichen Charakter: Große Entfaltung seiner schönen, sonoren Bassstimme zeigte Christfried Biebrach bei seinem »Laudamus te« – ein wahrer Lobgesang! Trauer – schon im Vorspiel durch die kleinen Sekunden der Oboen angekündigt – beherrschte das einfühlsam vorgetragene lange »Qui tollis peccata mundi« der Altistin Christa Bonhoff. Mozarthaft glänzte Sophie Ottosen in ihrem »Qui sedes ad dexteram patris«. Ihr kraftvoller Sopran erfüllte, besonders bei der Solo-Kadenz, den gesamten ausgedehnten Kirchenraum. Etwas mehr Zurücknahme des Orchesters hätte dem händelhaften Tenorsolo »Quoniam tu solus sanctus« Adam Riis’ wohlgetan, der nach häufig lang gehaltenen Tönen noch einmal seine volle Kraft in die Kadenz einbrachte. Die Chorsänger hatten besonders im Kyrie/Gloria sowie im abschließenden »Cum sancto spiritu« Gelegenheit, sich zu profilieren. Gut abgehoben wirkte das ruhige, in Moll gehaltene »Christe eleison« von dem einleitenden und später verkürzt wieder aufgenommenen kraftvollen »Kyrie«. Solistenpartien umrahmend geriet das Forte des Gloria-Chores zu einem überaus klangvollen Lobpreis. In ähnlicher Weise berührte das mächtige Schlusschor-Unisono zum Preise der Herrlichkeit Gottes, das – von der Konvention abweichend – in ein Dreiertakt-Amen mündete. Die Aufführung mehrerer Werke unter dem Thema »Kirchenmusik in Italien« erwies sich als alternatives Konzept zur üblicherweise gepflegten Praxis als sehr ansprechend. Denkansätze in dieser Richtung könnten z. B. eine Gegenüberstellung kontrastierender Werke ins Auge fassen und so gleichzeitig eine neuartige Herausforderung für die Chormitglieder schaffen. Von Jens Uwe Jessen

 


Nordschleswig musikalisch in Rendsburg präsentiert

Artikel aus dem Nordschleswiger
RENDSBURG - 01.09.2008
Festlicher Höhepunkt der Nordschleswig-Tage in Rendsburg

BDN Generalsekretär Peter Iver Johannsen (links) und der Leiter der Nordschleswigschen Musikvereinigung, Peter von der Osten, als musikalische Botschafter bei den Nordschleswigtagen im Einsatz. Foto: Sabine Bloch

Eine zweite Karriere bahnt sich für Peter Iver Johannsen, Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), an.

Am Sonnabend-abend, beim Festlichen Höhepunkt der Nordschleswig-Tage 2008 im Hotel ConventGarten in Rendsburg, überließ Peter von der Osten ihm für ein Lied die Leitung des Chores, der für das musikalische Programm sorgte. Peter Iver Johannsen dirigierte die 62 Sängerinnen und Sänger mit sichtlicher Freude. Dass »Falling in Love« so harmonisch klang, war dennoch wohl nicht ganz seinem Können als Chorleiter zu verdanken, aber »ich danke euch, dass ihr trotzdem schön gesungen habt«, so ein lachender Peter Iver Johannsen, der nach seiner 35-jährigen Amtszeit als Generalsekretär im Dezember Uwe Jessen seinen Posten überlassen wird.Der Begegnungsabend, zu dem Nordschleswiger sowie Rendsburger und Gäste aus der Umgebung geladen waren, wurde ein voller Erfolg, der nach Wiederholung in vier Jahren verlangt. Bisher ist die Bilanz der Nordschleswig-Tage sehr zufriedenstellend. »Ich denke, das sind viele interessante Veranstaltungen, die wir diese Woche vorbereitet und durchgeführt haben«, so Elke Heinz, Vorsitzende des Schleswig- Holsteinischen Heimatbundes (SHHB), Kreis Rendsburg, in ihrer Ansprache. Die Nordschleswig-Tage laufen noch bis kommenden Mittwoch.

 


Hadersleben/Haderslev - 20. Mai 2008 - von (lev.)

Dänisch-deutscher Fest- und Musikgottesdienst im Dom

Im internationalen Bugenhagen-Jahr wartet der Haderslebener Dom am kommenden Sonntag um 10 Uhr mit einem dänisch-deutschen Festgottesdienst auf, der in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Erlebnis werden dürfte.
Die Haderslebener Bande zu Martin Luther sind stark – die seines Mitstreiters und Freundes Johannes Bugenhagen (1485-1558) nicht minder. Bugenhagen verbrachte zwei Jahre in Dänemark, wo er die Reformation vollendete und somit entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung des kirchlichen Alltags in Dänemark und Norwegen gewann.
Am kommenden Sonntag, 25. Mai, feiert das Haderslebener Stift das internationale Bugenhagen-Jahr anlässlich seines 450. Todestages mit einem dänisch-deutschen Festgottesdienst. Dass dieser auf den 25. Mai fällt, ist kein Zufall: Im Jahre 1539 feierte Bugenhagen Pfingsten in Hadersleben, bevor er gemeinsam mit König Christian III. nach Odense reiste.
Ein Ereignis, das mit einem opulenten Musikgot­tesdienst begangen werden soll. Der »Buxtehude Kammerchor« der Nordschleswigschen Musikvereinigung (NMV) und »Das Flensburger Streichquintett« werden unter der Leitung von Peter von der Osten und Ole Brinth an der Orgel die Buxtehude-Kantate »Alles was ihr thut« aufführen. Der Gottesdienst, an dem Bischof Niels Henrik Arendt und Pastorin Christa Hansen mitwirken, wird in dänischer und deutscher Sprache abgehalten.


Apenrade/Aabenraa - 29. November 2007 - von (can)

Eine Stimme für musikalisches Leben in Apenrade

Mögliche Gründung eines Musikrates für die Kommune Apenrade soll erörtert werden
»Das musikalische Leben einer Stadt, einer Kommune wird von weitaus mehr Akteuren gezeichnet, als nur von den zahlreichen Musikvereinen allein«, heißt es von Seiten dreier Kenner einer Vielzahl von Musikaktivitäten, die nun die Initiative dazu ergriffen haben, einen Musikrat für die Kommune Apenrade zu gründen. Diese sind Ole Klitgaard, aktiv in mehreren Apenrader Chören und ehem. Vorsitzender des Mu­sikausschusses des Amtes Nordschleswig, Büchereidirektor Nis-Ewin List-Petersen, früherer Generaldirektor des Landesmusikrates Schleswig-Holstein, Chorleiter und Veranstalter vieler großer Musikprogramme, und Edna Rasmussen, Leiterin der Musikschule und früheres Mitglied der Musikausschüsse des Amtes Nordschleswig und von »Statens Kunstråd«.
Am kommenden Montag, 3. Dezember, 19 Uhr, findet als erster Schritt in Richtung eines Apenrader Musikrates ein Infotreffen statt, zu dem die oben genannten Initiatoren ins Haus Nordschleswig einladen. Über 100 Einladungen sind verschickt worden, unter anderem an den Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Freizeit, Povl Kylling Petersen (Soz.), an die Verwaltung, an Chöre und Orches­ter, an Konzertvereine, Musik- und Tanzvereinigungen. Eingeladen sind auch die Nordschleswigsche Musikvereinigung, die Zentralbücherei, die Musikschule Nordschleswig, die Deutsche Nachschule Ting-leff, das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig sowie der Jugendhof Knivsberg.
Aufgabe des Musikrates soll es sein, ein gemeinsames Forum für das Apenrader Musikleben – Hobby­musiker und Professionelle, Veranstalter und Musiklehrer – zu schaffen.
»Ein gemeinsamer Rat ist wichtig, der mit einer Stimme die Interessen aller Musikaktivitäten gegenüber Politikern, Verwaltung und eventuellen Zu­sammenarbeitspartnern in anderen Kommunen vertritt«, so Musikschulleiterin Edna Rasmussen. Deshalb wolle man nun die geplante Infoveranstaltung dazu nutzen, um festzustellen, ob ein allgemeines Interesse für einen Musikrat unter den Vertretern der Musikwelt in der Kommune besteht. »Sollte dies nicht der Fall sein, hoffen wir, als Alternative einen Verein gründen zu können, der die Musikinteressen wahrnehmen kann«, so die Initiatoren.